Blick in die Geschichte der Papierherstellung 

In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts erlebte man entscheidende Fortschritte auch in der Papierherstellung. Eine sich rasch entwickelnde Industrialisierung mit maschineller Produktionssteigerung ermöglichten hier Neuerungen. 

Die Papierproduktion konnte von Hadern (Lumpen aus Baumwolle und Leinen) auf Zellstoff als chemischer und Holzschliff als mechanischer Faserstoff umgestellt werden. Auch Altpapier bekam seine ersten Einsatzmöglichkeiten. Eine große Erleichterung für die Arbeiterschaft, die unter den Herstellungsbedingungen, Umweltbelastungen und dem extremen Gestank zu leiden hatten und ein enormer Schub für die wirtschaftliche Entwicklung.

100-jährige Presswalzen, die das Wasser aus den Papierschlämmen ziehen
Foto: Susanne Schultz 

Die 20er Jahre des 20. und 21. Jahrhunderts

Produktion Feinpapiere in höchster Qualität

So golden waren die 1920er Jahre in der Pfalz dennoch nicht. Politisch instabil, französisch besetzt bis 1930 und spürbar gebeutelt durch Nachwirkungen des Ersten Weltkriegs. Weltwirtschaftskrise mit hoher Inflation und Arbeitslosigkeit boten rechten Kräften der erstarkenden NSDAP Einflugschneisen in Politik und Alltag. Kunst und Kultur setzten warnende und progressivere Impulse dagegen. Naheliegend scheint heute der Versuch Vergleiche zu ziehen.

In den 20er Jahren des 21. Jahrhunderts stehen wir vor erneut massiven Veränderungen durch die digitale Entwicklung. Das hat umfangreiche Auswirkungen auf die Papierproduktion und –nutzung. Papierlose Büros werden angestrebt, ebenso wie E-Books statt heimischen Bücherregalen, Fotografiesammlungen im Handy und Social Media – Informationen, statt die Zeitung zu lesen. 

Die Papierfabriken in der Pfalz wurden geschlossen, umgenutzt und /oder verkauft. Die erhalten blieben kämpfen mit kaum erfüllbaren Umweltauflagen und Fachkräftemangel in für heute oft unattraktiven Lagen, der sonst so beliebten Pfalz. Rasante Entwicklungen und enorme Herausforderungen, von denen wir nicht wissen, wie sie bewältigt werden sollen.

Hoch technisierte Papierherstellung heute bei Feinpapier Glatz in Neidenfels. Gewinnen Sie mehr Eindrücke bei einer der spannenden Führungen in der Firma Glatz. 

Foto: Feinpapier Glatz GmbH

Trends und Innovationen

Collage: C. Schultz, Fotos: S. Schultz (Teile KI-generiert mit ChatGPT)

Der harte Kampf der Papierindustrie geht in unseren Regionen weiter.

Und dennoch gibt es gegenläufige Trends und innovative Qualitätsansprüche. So schreibt die Trendforscherin Lidewij Edelkoort am 6.1.2026 auf ihrem Instagram-Kanal: „Ich sage Folgendes voraus: die Rückkehr der Bücher und Bibliotheken und die Rückkehr der Handschrift.“ 
An welcher Stelle deutlich erkennbar ist, dass Papier auch künftig eine wichtige Rolle spielen wird, zeigt sich der politische Einsatz von Papier bei den Weißbuchprotesten in China 2022, den Berichterstattungen aus dem Iran 2026 und ebenso, als im Januar dieses Jahres in Teilen Berlins die elektronische Versorgung zusammenbrach. Die derzeit dicht plakatierten Wahlwerbungen sollen nach wie vor einen starken Einfluss auf das Wahlverhalten haben. 

Ob das dann in vier Jahren wieder „Goldene 20er Jahre“ gewesen sein werden, bleibt abzuwarten.

 

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